Für eine sozial-ökologische Wende

Rosarot und Grün brauchen kräftiges Rot

Donnerstag 26. September 2013, von Josef Iraschko, Bezirksrat für Wien Anders, KPÖ und PolDi

„Profit!“, fordern nach wie vor dummdreist und entgegen jeglicher sozialer und ökologischer Vernunft die Unternehmens- und KapitaleignerInnen. Ihre Argumente, dass Profite von heute die Arbeitsplätze von morgen seien, haben angesichts der seit Jahren sich verschärfenden Krise bereits ihre Strahlkraft verloren.

"Wachstum! Arbeitsplätze!", behaupten und versprechen die PolitikerInnen und begründen damit den nicht gewinnbaren Standortwettbewerb, der in Wirklichkeit nur eine soziale Spirale nach unten begründen soll.

„Ökologie!“, rufen pflichtschuldig die NachwuchspolitikerInnen aus dem ehemals fortschrittlichen grün-sozialen Lager.

Wohnen soll wieder leistbar, die Wirtschaft soll nachhaltiger, die Korruption soll ausgemerzt, das Finanzkapital muss ausgetrocknet werden. Der Mensch muss wieder im Mittelpunkt stehen! Jawohl sagen wir KommunistInnen, wir sind bei euch. Nur wir glauben es euch aus Erfahrung nicht! Rosarot/Grün an der Regierung könnte schon Änderungen in Richtung lebenswerte Zukunft bewirken, wenn denn da auch ein politischer Wille wäre. In Deutschland haben sich mit der damaligen Rot/Grün-Regierung alle Lebens-Parameter für den Großteil der Bevölkerung zu deren Ungunsten verschoben. Und die Koalition in Wien ist ja wohl ein Treppenwitz. Ohne kräftiges Rot im Parlament sind all die heutigen Wahl-Versprechungen einen Tag nach der Wahl bereits wieder vergessen.

Ein aufmerksamer Beobachter der letzten Wahlkämpfe muss sich fragen: „Wo sind denn alle diese Vorwahl-Versprechungen hingeraten?“ Da gibt es dann immer die Einser-Ausreden: der Koalitionspartner, die AusländerInnen, die EU, der Standortwettbewerb, die Finanzkrise, die maroden Banken etc.

Eines lässt sich aber mit Bestimmtheit sagen: wer uns heute noch gebetsmühlenartig in einer endlichen und ökologisch am Abgrund stehenden Welt ein immerwährendes Wachstum und davon abhängige Arbeitsplätze, Wohlstand etc. vorgaukelt, der muss doch nicht ganz dicht sein.

Und wenn wir uns wie bisher, und zum X-ten Male, mit dem Argument der „verlorenen Stimme“ in die Zwangsjacke der bestehenden chaotischen politischen Landschaft hineinzwängen lassen, dann ist uns leider nicht mehr zu helfen.

Wir haben die zukunftsgewandten Ideen! Wir wollen dafür sorgen, dass das ökologische und soziale Zeitalter endlich bei uns ankommt und nicht weiterhin für bloße Sprechblasen und Sonntagsreden missbraucht wird.