Die Baumafia regiert die Leopoldstadt

Montag 23. September 2013, von Katrin Kubetschka

Betrachtet man die Entwicklung der Leopoldstadt in den letzten Jahren, fällt auf, dass sich das Gesicht des Bezirks dramatisch verändert hat. Wo früher „G´stättn“ und Grünflächen öffentlichen Erholungsraum boten, stehen heute seelenlose Betonklötze. Zu allem Überfluss handelt es sich dabei nicht um sozialen Wohnraum, sondern um Bürobauten der Spekulanten.

Beispiele für diese Entwicklung finden sich im Zweiten zuhauf: Die wuchtigen Raiffeisen-Stahlbetonkolosse am Donaukanal, das sterile „Viertel Zwei“ nächst Messe und Prater oder das gigantische, gar nicht günstige Wohn-/Schlafghetto am ehemaligen Nordbahnhofgelände. Die 25.000 StudentInnen des Prestige-Mega-Baues der WU werden den Prater fluten und das Wohnen im angrenzenden Stuwerviertel endgültig unleistbar machen.

Bürohäuser und teure Wohnungen gibt es schon genug in Wien, gebaut wird nur zum Wohle der Baumafia sowie der Immobilienspekulanten. Das Wohlbefinden der Bevölkerung wird bedenkenlos dem Profit geopfert, betonversiegelte Flächen verschlechtern das Mikroklima der Grätzel. Selbst dem „Grünen Prater” werden immer wieder Flächen geraubt, wie beim illegalen Bau eines Umspannwerkes im Grünraum bei der WU.

Nun soll auch noch einer der wenigen verbliebenen grünen Flecken rund um den Prater verbaut werden: die Krieau. Der Trabrennverein wird von Bürohäusern und hochpreisigen Wohnbauten umzingelt und damit schon zur späteren Verwertung reif geschossen. Die Bezirksvertretung beugt sich den Immobilienspekulanten und kooperiert bereitwillig. Übrig bleibt nur die Hoffnung (!) unseres Bezirksvorstehers, dass wenigstens die denkmalgeschützten Gebäude geschont werden. Die Politik unterwirft sich damit vollständig den Interessen der Baumafia! Von Mitbestimmung der ansässigen Bevölkerung ist sowieso niemals die Rede.

Wir fordern:
Verlagerung der Bautägigkeiten hin zu sozialem und günstigem Wohnbau!
Ausweitung von öffentlichen Naherholungsräumen sowie Mitbestimmung der Bevölkerung bei zukünftigen Großprojekten!

Alles verboten am Privatgrundstück "Viertel Zwei".