von Josef Iraschko, BR in der Leopoldstadt

„Praterstern, Alkoholismus, Drogenkonsum“

Dienstag 25. Februar 2014, von Josef Iraschko, Bezirksrat für Wien Anders, KPÖ und PolDi

Unter diesem reißerischen Titel forderte die FPÖ eine Sondersitzung der Bezirksvertretung Leopoldstadt. Das Ziel der FPÖ und – in ihrem Schlepptau – der ÖVP ist es, die Probleme Armut und Alkoholismus durch permanente Polizeieinsätze der öffentlichen Wahrnehmung zu entziehen. Zu groß ist in ihren Augen der „Imageschaden“.

Populismus zeichnet sich dadurch aus, dass er negativ empfundene Erscheinungsformen, wie hier den offensichtlichen Alkoholmissbrauch und seine unappetitlichen Auswirkungen am Praterstern, in der öffentlichen Wahrnehmung zu einem Popanz aufbläst. Es wird nie nach den Ursachen gefragt, es werden auch keine Lösungen angeboten.

In der Bezirksvertretung wird der Praterstern als eine kinder- und familienfreundliche Verweilzone dargestellt, obwohl es auf dem gesamten Areal weder Kinderspielplätze noch großzügig ausgestattete Aufenthaltsräume gibt.

Populismus pur!
Die SPÖ kommt mit dem schon sehr faschingsmäßig anmutenden Vorschlag, die Läden im Bahnhof sollten „frei-willig“ auf den Verkauf von Alkoholika verzichten. Gerade jene Geschäfte, die durch die Umgehung der gesetzliche Ladenöffnungszeiten große Gewinne erwarten, und daher auch bereit sind hohe Mieten zu leisten, sollen auf einen wichtigen Umsatzträger verzichten?

Das ist Verarschung pur!

Wer ist für die Zustände dort verantwortlich?
Hauptsächlich die ÖBB, die jeden qm Nutzfläche teuer vermietet und deshalb auf die für Bahnhöfe so wichtigen Sozialräume verzichtet. Das größte Ärgernis im Bahnhof ist der Billa-Supermarkt, er zieht gerade sonntags und spätabends Massen von Menschen an. Der billige Zugang zu Alkoholika hat seine entsprechend Wirkung vor Ort. Nahversorgung könnte man anders besser organisieren!


Unsere Forderung:

- Billa zusperren und damit die Populisten aussperren!
- Nahversorgung wohnortnah und regional