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"Donaukanal-Treiben"

Den Bach hinunter...

Montag 3. Dezember 2007, von Josef Iraschko, Bezirksrat für Wien Anders, KPÖ und PolDi

Unter dem Titel "Donaukanaltreiben" will die SPÖ-Wien einmal im Jahr für drei Tage eine innerstädtische Propagandaveranstaltung etablieren. Auch wenn der heurige erste Versuch dem Wetter zum Opfer fiel, sollen die zukünftigen "Donaukanaltreiben" eine ähnliche Dimension wie das "Donauinselfest" erhalten und eine ebenso große Werbewirkung für die SPÖ bringen.

Aber es geht nicht nur darum. Die Rathausstrategen wollen den Grünraum Donaukanal zu einer neuen Event- sprich: Profitzone umwandeln. Schon lange sticht es die Verantwortlichen im Rathaus, dass hier erhofftes und profitables Grün- und Wassergelände ihrer Meinung nach brach liegt. Dass die AnrainerInnen dabei nicht gefragt werden, sollte uns eigentlich nicht mehr wundern. Durch die Etablierung von Festivitäten wie dem “Donaukanaltreiben” sollen mit hohem finanziellen Aufwand aus der öffentlichen Kassa zahlungskräftige Investoren für Projekte direkt am Donaukanal gewonnen werden. Was dann noch vom Naherholungsraum übrig bleiben wird, kann man bereits jetzt an den Ufern des 1. und 9. Bezirks beobachten. Ein auf dieses Thema abzielender Antrag von KPÖ-Bezirksrat Josef Iraschko wurde von SPÖ, ÖVP und FPÖ geschlossen abgelehnt. Selbst der Erweiterungsantrag der Grünen, die Frage zur sinnvollen Entwicklung des Grün- und Erholungsraums Donaukanal in der Bezirksentwicklungskommission zu behandeln, wurde von den obigen Parteien einheitlich niedergestimmt.

Der Mensch lebt nicht vom Event allein, er braucht auch Brot, Ruhe-, Spiel - und Erholungsräume!

Man sollte es nicht glauben, da sind für soziale Bedürfnisse angeblich die öffentlichen Kassen leer, aber schon wird die nächste teure SPÖ-Propaganda-Show mit viel Lärm um Nichts in Szene gesetzt. Der Eindruck lässt sich nicht vermeiden, dass hier der Bevölkerung auf der Nase herumgetanzt werden soll unter dem Titel: lasst sie nur nicht zum Denken kommen! Dröhnen wir sie nieder, so lange wir sie damit noch von der Wirklichkeit ablenken können. Die alte “Weisheit” der Regierenden: “Brot und Spiele” kommt wieder zum Zug, aber die SPÖ in Wien vergisst zunehmend auf den ersten Teil dieses Satzes, nämlich auf das Brot.

“Donaukanaltreiben” - den Anrainern bleibt nichts erspart.

Die Rathausstrategen wollen entgegen allen Wünschen der Bevölkerung nach Ruhe und Erholung den Grünraum Donaukanal zur neuen Profit- und Eventzone machen. Das liest sich in der typisch neoliberalen Sprache dann so: “Der Veranstaltungsreigen, den der Verein Donaukanaltreiben (da gibt es also auch schon einen Verein, was darauf schließen lässt, dass die Sache von langer Hand geplant wurde, PT) gemeinsame mit Vertretern aus den angrenzenden Bezirken, der MA 28 und den Gastronomen am Donaukanal in Szene setzt, soll den Kanal als urbane Zone und als Naherholungsgebiet mit kulturellen und gastronomischen Atouts ins rechte Licht setzen” (rathauskorrenspondenz). Was da an Erholung übrigbleibt, kann man ja genügend auf der 1.Bezirk-Seite nachvollziehen. Die völlig abgehobene PoliterInnen-Kaste setzt Naherholung und Konsum als Gott gegeben gleich. ÖVP und FPÖ stehen diesem Treiben nicht unbedingt ablehnend gegenüber, ihre Schein-Kritik richtet sich eher darauf, dass sie an diesem Boom nicht mitnaschen können.

Was ist beabsichtigt?

Die Rathausverantwortlichen planen die Etablierung einer innerstädtischen Eventzone, die dann von Erdberg bis zur Summerstage reichen soll und natürlich die 2.Bezirkseite nicht verschonen wird, auch wenn bei uns die realen Umsetzungsmöglichkeiten mangels geeigneter Plätze nur schwer umsetzbar sind. Das “Donaukanalstreiben” soll eine ähnliche Dimension wie das Donauinselfest, und eine ähnliche PR-Wirkung für die SPÖ-Wien bekommen.

Es ist klar, dass es bei einer derartigen Verwirklichung mit dem Naherholungs-gebiet Donaukanal vorbei ist. Man denke nur an die Belieferung der dann immer zahlreicher werdenden Betriebe. Man denke an die Lärmentwicklung, die – das ist so sicher wie das Amen im Gebet – in den Nachtstunden zunehmend ausgedehnt wird. Man denke an die ständig durch Betriebe unterbrochene Lauf- und Fahrradstrecke, auf der dann noch die Lustbarkeit suchende Menschen mit den SportlerInnen auf immer enger werdenden Räumen das Auslangen finden werden müssen. Und man denke an die bezirklichen kleinen und mittleren Gastronomien, die dann im Bezirk zusperren können, weil so ohne Sommerge-schäft nicht das ganze Jahr durchhalten können.

Unsere Forderungen damit Wien endlich wieder menschlicher wird!

- Weniger Profitgier und Konsumstress, dafür mehr kostenloser Zugang zu den öffentlichen Grünräumen.
- Keine weitere Vergabe von Plätzen für Gastrobetriebe, beschränkte Ausnahme für Kleinbetriebe mit integrativem Kulturangebot.
- Ausbau des Grün- Spiel- und Erholungsraumes von der Aspern/Uraniabrücke bis Ende der Bezirksgrenze.
- Einrichtung von Begegnungsräumen, also Ausstattung der Erholungsflächen mit Tischen und Bänken zum Spielen, Lesen, Lernen, Diskutieren etc. Natürlich sollten diese Begegnungspunkte auch überdacht sein, damit man sich dort sowohl bei Sonnenbestrahlung als auch bei leichtem Regen aufhalten kann.
- Damit Eltern mit Kleinkindern diesen Raum mehr und gefahrlos nutzen können, sollte überlegt werden, wie man einen Schutz zum Wasser einrichten könnte.

PolDi-Stadt soll anders werden!

Wir brauchen zukunftsorientierte Lösungen für unseren Bezirk!

PolDi fordert außerdem eine fortschrittliche Lösung für die Erholungsräume von der Urania abwärts:

Die oben geforderten Tische sollen zu iPod-Zonen werden. Das wäre eine echte Investition in die Zukufnt vor allem für unsere BewohnerInnen, die hier im Freien kostenlos mit ihren Laptops im internet surven könnten.


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