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100 Jahre Internationaler Frauentag

Feminismus ist für alle da

Sonnabend 5. März 2011, von Hermine Katzer

Die meisten Frauenbewegungen sind Gleichberechtigungsbewegungen, das heißt, frau orientiert sich an etwas bereits Vorhandenem, an Rechten, die (manche) Männer haben, und an Normen, die von Männern geprägt sind.

Bloße Gleichmacherei sollte aber nicht das anzustrebende Ziel sein. Emma Goldman hat einmal geschrieben: "Ich glaube nicht, dass Frauen die Politik schlechter machen; aber ich kann auch nicht glauben, dass sie sie besser machen."

Ein fundamentales und allgegenwärtiges Dilemma der feministischen Bewegung ist, dass sie versuchen muss, die gesamte Gesellschaft zu verändern, um die Frauen zu befreien. Denn Frauen können nicht frei sein, bis nicht auch die ganze Gesellschaft frei von Herrschaftszwängen ist.

Diese einfache Annahme hat ernsthafte theoretische Konsequenzen. Es bedeutet nämlich, dass der Feminismus entweder auch den Männern die Emanzipation bieten oder sich stattdessen in eine übergreifende linke Theorie integrieren muss. Besonders für einen ökologischen Feminismus, der sich mit dem Dasein insgesamt befasst, ist es wichtig, sich auch mit der Frage der Männer zu befassen, denn die Männer sind ebenfalls Teil der menschlichen Gesellschaft.

Feminismus verstehe ich als Freiheitsbewegung mit einem klaren Fokus, aber dennoch mit gesamtgesellschaftlicher Verantwortung. Zum Beispiel im Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie, aber auch gegenüber den Männerrechten.

Verallgemeinerung ist meist der erste Schritt zu Vorurteilen und nur wenige Schritte entfernt von Ignoranz und Unterdrückung. Daher können weder der Feminismus noch die Interessen der Männer verallgemeinert werden. Wir müssen daran arbeiten, zukünftig mehr Menschen zu erreichen, um klarzustellen, worum es sich beim Feminismus eigentlich handelt: um eine Freiheitsbewegung für alle.

Eine Bewegung, die sich für eine Verbesserung der Situation von Frauen einsetzt, ist nicht automatisch eine Bewegung gegen Männer. Im Gegenteil: Nur Zusammen sind wir stark.

Webseite zur Aktion am 19. März 2011: www.20000frauen.at


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