Aus der PolDi-Zeitung Nr. 22

Im Prater blühen die Hochhäuser - Ökosünden und Mietenwahnsinn endlich stoppen!

Sonntag 2. Dezember 2018, von Eva Hopfgartner

von Eva Hopfgartner - Spätestens in diesem, durch extreme Hitze und Unwetter gekennzeichnetem Sommer, haben es auch die Letzten begriffen: wir verheizen unseren Planeten und gefährden das Leben unserer Nachfolgegenerationen. Die ökologische Frage ist von der sozialen Integration nicht zu trennen.

Wir brauchen eine radikalere öko-soziale politische Repräsentation. Wir brauchen Parteien in unserer Demokratie, in der die ökologische Frage ganz oben auf der Agenda steht. Es ist unerlässlich, diese mit der sozialen Frage zu verknüpfen. Das ist nur möglich, indem ein radikales politisches Gegenprojekt zum scheinbar naturnotwendigen neoliberalen Weltentwurf repräsentiert und gelebt wird. Die rot/grüne Stadtregierung taugt dazu nicht, wie anhand der Krieau sichtbar wird.

Krieau: so weit, so nicht gut!
Im Juli 2018 kam es zum Verkauf des letzten Trabrennbahnareals an die „IC Development GmbH“. Bisher wurden dafür 10,4 Mio Euro als Mindestkaufpreis an die Gemeinde bezahlt. Wie bereits 2004, 2006 und 2011 hat die IC Development GmbH nun die restliche Krieau extrem günstig erworben. Auch diesmal gibt es massive Kritik: „Intransparenz, Freunderlwirtschaft und „Verscherbelung“ öffentlichen Eigentums“ lauten die Vorwürfe an die Vertreter der rot/grünen Stadtregierung (Sondergemeinderatssitzung vom 25.09.18, derstandard berichtete). SPÖ und Grüne verteidigten die Projekte mit der Schaffung sozialen Wohnbaus!

Krieau-Verbauung: eine ökologisch sinnvolle und sozial verträgliche Lösung?
Die IC-Development GmbH entwickelt auf dem Boden der Krieau Hochhäuser, Studentenwohnheime mit Designanspruch (Studentenappartements ab € 700 für 30 m2), Eigentums-“Rondos“ mit „Blick in den Grünen Prater“ (Quadratmeterkaufpreis ab € 6.000) und frei finanzierte Mietwohnungen (ab 16€ /m2). „Schaffung sozialen Wohnbaus“ ist das nicht!

Der Zuzug all dieser Menschen mit voraussichtlich doppelt so vielen privaten KFZ bedeutet ökologisch: erhöhte Versiegelungsanteile, keine Einhaltung von Freiraumkennwerten, eine massive Erhöhung des Nutzungsdrucks und der Schadstoffbelastung auf den Prater.

Rot-Grüne Lügen von Nachhaltigkeit
Anlässlich des Verkaufs der gesamten Trabrennbahn-Krieau an die IC-Projektentwicklungs GmbH ist zu befürchten, dass à la lounge auch auf dem derzeit noch aktiven Trabrennvereinsgebiet alles genau so eng und hochpreisig verbaut werden wird wie bisher. Ökologisch und sozial wäre das eine Katastrophe, die es politisch zu verhindern gilt. Dem Wiener Trabrennverein (WTV) geht es finanziell schlecht. Auch wenn das Areal als Sportstätte gewidmet und durch das Wiener Sportstättenschutzgesetz derzeit noch abgesichert ist, kann ein Antrag auf Auflassung von der MA 51 (Sportamt) positiv beschieden werden. Nur der politische Wille kann das ver-hindern. Bisher haben sich weder die „roten“ Wohnbaustadträte noch die „grüne“ Stadtplanung dafür eingesetzt, ganz im Gegenteil. Man bekommt vielmehr den Eindruck, dass es sich bei der vielgepriesenen, grün-roten „ökologischen Verantwortung und sozialen Integration“ um eine glatte Lüge handelt.

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