Der Praterstern als "Rassismusfreie Zone" - Es war ein schöner Tag!

Montag 3. Oktober 2011, von Patrick Kaiser

Auf Initiative des KPÖ&PolDi-Bezirksrates Josef Iraschko wurde 2009 die offene Initiative "Rassismusfreie ZoneN" im 2. Bezirk geschaffen. Seitdem wächst die Aktion beständig, 2010 konnte sie auf weitere Bezirke ausgedehnt werden. Ziel war es von Anfang an alle Menschen einzubinden, für die Diskriminierung und Benachteiligung migrantischer Bevölkerungsgruppen einfach nicht hinnehmbar sind. JedeR, die/der diese Tatsache einfach nicht mehr ertragen kann oder öffentlich gegen dieses Übel eintritt - dass ein großer Teil der Bevölkerung ausgegrenzt und unterdrückt wird - war und ist eingeladen, an der Initiative mitzuarbeiten. Selbstverständlich über die Grenzen von Organisationen und Parteien hinaus.

Seitdem steht der Herbst in der Leopoldstadt und anderswo für einige Zeit im Zeichen verschiedensten Veranstaltungen gegen Ausgrenzung, Rassismus und Fremdenhass. Einige davon haben bereits stattgefunden, diverse stehen in den nächsten Tagen noch bevor.

Der Aktionstag

Der zentrale Aktionstag zu den "Rassismusfreien ZoneN" fand heuer Freitag, den 30. September 2011 am Praterstern statt. Mit beispielloser Unterstützung des Lokales FLUC (es wurden der Vorplatz, Bühne, Tonanlage sowie Technik zur Verfügung gestellt!) war es möglich, einen wahrlich sehens- und hörenswerten Event auf die Beine zu stellen. Viele verschiedene Organisationen und Initiativen aus der antirassistischen Arbeit konnten sich bei herrlichem Wetter präsentieren und gemeinsam mit dem erfreulich zahlreichen Publikum plaudern und feiern. Vor allem auch für eine große Anzahl an Besuchern des gleich nebenan stattfindenden "Oktoberfestes" im Prater stellte sich die Veranstaltung als erfreulicher Gegensatz zu dieser unreflektierten "Volksfestverblödung" dar.

Bis zum Abend waren so viele antirassistische und gesellschaftskritische Initiativen wie noch nie mit Infoständen anwesend: Verein Ute Bock, Integrationshaus (Projekt MIGRA-Train), SO-MAL 21, Rassismusfreies Transdanubien, Friedensinitiative Donaucity, Erlustigungskomitee, ZARA, Agora, ABRASA, SOCIUS, Die Grünen, SLP, 15. Oktober. #united for global change, Gegenstandpunkt und viele andere mehr!

Auf der Bühne - unter einem lauschigen, herbstlich blättergefärbten Baum - sah man nicht nur ein unterhaltsames Musikprogramm von Maren Rahmann und Rudi Görnet (die Jura Soyfer-Lieder perfekt neu intonierten), Kurt Winterstein, Susanne Trendov, Toni&Sven sowie Tischler. Auch die Moderationen und Gespräche mit von Rassismus Betroffenen seitens Gerald Grassl (Werkkreis Literatur der Arbeitswelt - tarantel), Ute Bock sowie Viktoria Klaus (KPÖ) waren hörenswert. Eine gut besetzte Diskussionsrunde zum Thema: "Schürt der Rechtspopulismus der FPÖ den Alltagsrassismus?" konnte viele interessante Aspekte zu diesem Thema näher erläutern. Zudem erfuhr man von Melina Klaus (KPÖ) nebenbei auch einiges über die bizarre politische Vergangenheit des Thilo Sarrazin, der ja bekanntlich am selben Tage seine unsäglichen sozialdarwinistischen Thesen dem elitär geladenen Grazer Publikum "zum Besten" geben konnte.

Es war einfach ein "Wohlfühl-Event"

Menschen mit (nicht immer gleichen aber doch) ähnlichen Gedanken und Meinungen konnten sich austauschen, diskutieren und Gemeinsamkeiten entdecken. Sowie zeigen, dass auch ein Österreich möglich ist, in dem der Mensch nicht nach Hautfarbe oder Sprachakzent in seiner Existenz bewertet wird.

Was bleibt als Erinnerung: Schon aufgrund des großen Erfolges und der Wichtigkeit des Themas muss es auch nächstes Jahr wieder die "Rassismusfreien ZoneN" geben. In welcher Form wird wie immer diskutiert werden. Die Initiative bleibt überparteilich und überkonfessionell. Jeder kann und soll sich einbringen, der etwas zur Thematik zu sagen oder tun hat. Alle sind herzlichst eingeladen bei dieser wachsenden Initiative mitzuwirken!

KPÖ und PolDi Leopoldstadt sieht die Aktionswoche als Auftrag zum ständigen Dialog, wie ein friedliches und solidarisches Zusammenleben aller Bevölkerungsschichten gestalten werden kann. Deshalb waren wir natürlich mit einem großen Infostand zum Thema vor Ort und haben auch unsere antifaschistisch und antirassistische Meinung in einem eigens erstellten - gerne genommenen - Flugblatt näher dargestellt.

Ablehnung von Rechtsextremismus, Ausgrenzung und Rassismus ist Pflicht! Zu diesem Zweck kann allerdings nur in einem breiten Bündnis die dementsprechende Aufmerksamkeit erreicht, und damit die gesellschaftliche Meinung beeinflusst werden. Dafür wollen wir kämpfen. Veranstaltungen wie die "Rassismusfreien ZoneN" geben allen Beteiligten Mut zur weiteren Arbeit gegen Rassismus und Ausgrenzung. Sie zeigen, dass Bündnisse über Gesinnungsgrenzen hinweg Einiges bewirken können!

Fotostrecke der "Rassismusfreien ZoneN" am Praterstern

Das Flugblatt von KPÖ&Poldi zum Aktionstag

Homepage der "Rassismusfreien ZoneN"

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