Wohnen in der Leopoldstadt

Was heißt hier eigentlich „Aufwertung“?

Donnerstag 25. September 2008, von Josef Iraschko, Bezirksrat für Wien Anders, KPÖ und PolDi


SPÖ/ÖVP/FPÖ und Grüne möchten dem Bezirk Leopoldstadt gerne ein modernes, urbanes Image verpassen.

Und im Bezirk tut sich diesbezüglich einiges: Der Donaukanal soll auch auf unserer Seite, statt als Erholungs- und Grünraum zu dienen, zu einer Vergnügungszone „aufgewertet“ werden. U-Bahn bringt Aufwertung, die OMV bringt Aufwertung, verdichteter Wohnungsbau mit teuren Mieten bringt Aufwertung, die Verbauung des Augarten bringt Aufwertung, die intensive Bebauung und straßenmäßige Durchquerung des Grünraums Prater bringt Aufwertung, die geplante Wirtschaftsuni bringt Aufwertung.

Was ist wirklich damit gemeint? Der Begriff „Aufwertung“ (oder auch: „Gentrifizierung“) ist für alle MieterInnen eine Bedrohung. Bedeutet er doch, dass die jetzige Wohnbevölkerung verdrängt und gegen ein finanziell besser gestelltes Publikum ausgetauscht werden soll. Als MieterInnenberater bin ich tagtäglich mit den Folgen solcher „Aufwertungen“ konfrontiert: Terror gegen AltmieterInnen mit günstigen Mieten, häufige Wohnungsbegehungen um Kündigungsgründe zu finden oder erfinden, Verunsicherung und Bedrohung besonders älterer MieterInnen durch unwahre Behauptungen über kostspielige Sanierungen, Kündigungen mit an den Haaren herbeigezogenen Begründungen, finanzielle Scheinangebote für die vorzeitige Aufgabe von Wohnungen, Einsatz von Detektiven und vieles mehr.

Wollen wir das wirklich?

Sollten Sie von obigen Maßnahmen schon betroffen sein, dann wenden Sie sich bitte an mich. Ich gebe jeden 1. Montag im Monat im Cafe Sperlhof von 18:00 - 19:00 Uhr kostenlose miterechtliche Beratung.

Euer KPÖ-Bezirksrat und PolDi

Josef Iraschko

PolDi - Politik Direkt in die Leopoldstadt