FPÖ-Lindenbauer: "Wer will mich?"

Sonnabend 27. August 2011, von Nikolaus Lackner

Verzweifelt auf der Suche nach ihren WählerInnen sind derzeit die Freiheitlichen im zweiten Bezirk.

Vor einigen Wochen rief ein Bündnis aus KPÖ & PolDi, dem Werkkreis Literatur in der Arbeitswelt und der Redaktion "Tarantel" zu einem Fest der Solidarität mit den MarktstandlerInnen auf, nachdem die Freiheitlichen am Vorgartenmarkt zur selben Zeit zu einem Fest der rassistischen Hetze geladen hatten.

Wir berichteten ausführlich auf unseren Webseiten hier und hier und hier.

Die Blauen dürften wohl von unserer Aktion am Vorgartenmarkt irgendwie angetan gewesen sein. Wie sonst ist es zu erklären, daß eine aufmerksame Bezirksbürgerin am 16.8. einen Infostand der FPÖ genau an jener Stelle erspähte, die wir zuvor für unseren friedlichen Protest gegen die Rechten gewählt hatten?

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Rechter Rand unter sich. Die Bezirksbevölkerung macht um blaue Propaganda mittlerweile einen großen Bogen.

Man sieht sofort: Alles wurde generalstabmässig geplant! Blitzsauberer Schirm und ein reisserisches Plakat, anständig in FP-Style gekleidetes Personal. Apropos Personal. Werfen wir doch mal einen näheren Blick auf selbiges:

Im Schatten des Schirms steht der Headliner der Grossveranstaltung. Beschützt von seinen Bezirks-Bodyguards wartet er auf die Massen, die sich wohl etwas zu verspäten scheinen.

Herr Lindenbauer ist Bezirksrat. Darüber hinaus ist er auch noch Bezirksvorsitzender des RFJ Leopoldstadt. Er sagt von sich, er sei "Vermögensberater". Besonders in Erinnerung geblieben ist er den BürgerInnen nicht wegen seines eleganten Auftritts oder seiner politischen Initiativen. Sondern wegen seiner Vorliebe für auf den Oberarm gemalte Hakenkreuze.

Es scheint wohl so zu sein, daß sich mittlerweile sogar die eigenen ProtestwählerInnen vor dem braunen Sumpf ekeln, der da allerorts aus der blitzblauen Oberfläche quillt, denn der Herr Lindenbauer und seine Mannen packten schon sehr bald ihren Infostand zusammen, da niemand erschien, den sie hätten verhetzen können.

Schade, daß nicht einmal der grafische Einsatz von Hammer und Sichel half! Standen an derselben Stelle doch erst wenige Wochen zuvor viele BezirksbürgerInnen, die es wagten unter dem selben Symbol und mit roten Fahnen gegen die "sauberen" Machenschaften der blauen Unschuldsvermutungspartei zu protestieren. Es hat den Anschein, als seien die WählerInnen mittlerweile trotz gigantischen Werbeetats und klar definierter Feindbilder (Ausländer, Künstler, Kommunisten) nicht mehr bereit, sich abseits der Wahlurne mit Menschen zu treffen, die, wie Herr Lindenbauer selbst, für folgende wahrhaft blauen Kerntugenden stehen:

Zuerst leugnen, dann entschuldigen, ein wenig herumlavieren. Von allen Ämtern zurücktreten, a bisserl warten. Wiederkehren als Geläuterter und hinkünftig alles abstreiten und sich selbst zum Opfer machen. Unsere Wähler wern´s scho fressen, die glauben eh alles ...

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