Das neue Prostitutionsgesetz in Wien - Wem hat es was gebracht?

Roter Montag am 5.3.2012 um 19 Uhr im Café Sperlhof

Mittwoch 29. Februar 2012, von KPÖ Leopoldstadt

Im vorigen Jahr brachte die rot-grüne Stadtregierung ein neues Prostitutionsgesetz für Wien auf Schiene. Seit dem 1. November 2011 ist es in Kraft. Ehrgeiziges Ziel des Projektes war "die divergenten Interessen von Anrainerinnen und Anrainern, Sexarbeiterinnen und -arbeitern, Bordellbetreiberinnen und -betreibern sowie der Polizei unter einen legistischen Hut zu bringen."

Statt Schutzzonen, in denen Straßenprostitution nicht angebahnt werden durfte, soll es jetzt sogenannte Erlaubniszonen geben. Wir wollen uns die Auswirkungen des Gesetzes vergegenwärtigen und diskutieren.

Bei der Mitsprache der Bezirke, wo Erlaubniszonen eingerichtet werden, hat sich das Florianiprinzip durchgesetzt, so dass Straßenprostitution nur noch im Prater erlaubt ist. Entgegen dem Ratschlag der ExpertInnen wurden Strafen für Freier eingeführt. Ob die angestrebte "Indoor"-Lösung tatsächlich mehr Sicherheit verspricht oder gar mehr Unabhängigkeit für SexarbeiterInnen bringt, ist fraglich. Ist die arbeitsrechtliche Absicherung der SexarbeiterInnen gelungen?

Schon steigen die Mieten in der Umgebung der ehemaligen Standplätze an. Ob die AnrainerInnen, denen hier geholfen werden sollte, noch dieselben sein werden, oder ob sie neuen MieterInnen weichen müssen, weil die Mieten zu stark steigen, ist auch eine wichtige Frage, der wir nachgehen wollen.

Roter Montag von PolDI und der KPÖ Leopoldstadt mit:
- Birgit Hebein (Grüne)
- Melina Klaus (KPÖ)
- Doris Schlager (MieterInnen-Initiative)

Café Sperlhof
Große Sperlgasse 41
1020 Wien

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