Sitzung der Bezirksvertretung vom 27.9.2011

KPÖ Leopoldstadt: Resolutionsantrag gegen Postämterschließungen

Dienstag 4. Oktober 2011, von Josef Iraschko, Bezirksrat für Wien Anders, KPÖ und PolDi

Der unterzeichnete Bezirksrat Josef Iraschko stellte zur Sitzung der Bezirksvertretung Leopoldstadt am Dienstag, den 27. September 2011 folgenden Resolutionsantrag:

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KPÖ-Bezirksrat Josef Iraschko. Foto: (c) Martin Juen

Die Bezirksvertretung Leopoldstadt spricht sich gegen die Schließung von Postämtern im Bezirk Leopoldstadt aus. Die Bezirksvertretung Leopoldstadt appelliert an die Verantwortlichen der Österreichischen Post AG ihre diesbezüglichen Pläne zu überdenken und entsprechend den Wünschen der Bevölkerung keine Schließung von Postämtern vorzunehmen.

Begründung:
Postämter sind für einen großen Teil der Bevölkerung noch immer ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation, vor allem bei den älteren Teilen der Bevölkerung, die keinen Zugang zu den modernen Kommunikationsmitttel haben. Besonders deutlich wird dies beispielsweise am Postamt Engerthstraße 191, das besonders stark frequentiert wird und schon jetzt nicht mehr in der Lage ist, die Wartezeiten für die Bevölkerung auf ein erträgliches Maß einzudämmen. Im Vorfeld der geplanten Schließung wird unerträglicher Druck auf das derzeit noch bestehende Postpersonal durch die Postverantwortlichen ausgeübt und die Arbeitsbelastung enorm gesteigert. Von den Verantwortlichen wird ganz gezielt Mobbing unter der verunsicherten Belegschaft betrieben. Das Ziel dabei ist, das bestehende qualifizierte Personal zu demotivieren, zu erpressen und nach Möglichkeit zu sogenannten "freiwilligen Kündigungen" zu veranlassen.

Mit der Schließung der Postämter geht aber nicht nur wichtige öffentliche Infrastruktur verloren sondern werden auch weitere Schritte gesetzt ehemals öffentliches Eigentum zum Spielball von Spekulationen auf den Finanzmärkten werden zu lassen.

"Postpartner" sind kein Ersatz für Postämter mit geschultem Personal. Die Bevölkerung hat ein Recht, dass mit ihrer Post und mit ihrem Geld vertrauens- und verantwortungsvoll umgegangen wird. Das können kurzfristig eingeschulte "NebenpostlerInnen" nicht leisten. Abgesehen davon besteht auch die Gefahr, dass mit wachsender Belastung und sicherlich auch über die Frage der Bezahlung diese "Postpartner" das Handtuch werfen und damit die Bevölkerung überhaupt ohne Postdienste dasteht. Eine aktuelle Studie der AK Tirol weist bereits zahlreiche Verletzungen der Privatsphäre, Verschlechterung der Dienstleistungen und kurzfristige Schließungen solcher "Postpartner-Shops" nach.

Josef Iraschko, KPÖ-Leopoldstadt, 27.9.2011