Wien Praterstern

Die Uhr

Sonnabend 15. Mai 2010, von Alexander Weiss

Es war einmal ein kleines Städtchen, das hieß Schilda. Der Bürgermeister ließ ein neues Amtshaus erbauen. Als das Haus fertig gebaut war, fing großes Wehklagen unter den Bürgern an, denn sie hatten vergessen, auch Fenster einzuplanen. Macht nichts, sagten sie, und begannen damit, Sonnenlicht in Säcken ins Innere des Gebäudes zu tragen…

An diese kleine hübsche Geschichte erinnere ich mich jedes Mal, wenn ich am Praterstern steh’ und auf eine Straßenbahn oder Bus warte, und automatisch hoch schau’, weil ich wissen will, wie spät es ist.

Denn an der Front des Bahnhofes wurde zwar eine große Uhr angebracht, doch man sieht sie nicht. Was mag sich Architekt und die Bauleitung damals wohl dabei gedacht haben?

Liebe Leute, macht halt einen kleinen Spaziergang bis zum Dogenhof, damit ihr von dort einen Blick auf die Uhr werfen könnt. Hoffentlich kommt ihr dann aber nicht zu spät in die Arbeit, Uni oder Schule…

Wir haben also eine Uhr, die sicher sehr viel Geld kostete, aber eigentlich funktionslos ist. Macht nix, letztendlich bezahlen es gewiss nicht die Aushecker dieser Schildbürgerei, sondern die Steuerzahlen des Dorfes Schilda an der Donau.

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