Der Wohnungsmarkt ist rassistisch geteilt
Montag 21. September 2009, von Doris Schlager
In unseren Beratungen müssen wir immer wieder feststellen: der Wohnungsmarkt ist rassistisch geteilt. Gemeindewohnungen werden nur an EU-StaatsbürgerInnen vergeben. Die Fremdenpolizei macht die Aufenthaltserlaubnis von der Existenz eines schriftlichen Mietvertrags abhängig. Nach wie vor vermieten viele VermieterInnen aus rassistischen Motiven ihre Wohnungen nicht an Menschen mit dunklerer Hautfarbe.
Manche VermieterInnen machen gute Geschäfte diesen diskriminierten Menschen. Immer wieder müssen wir feststellen, dass die Wohnungen noch teurer vermietet, noch weniger instandgehalten werden oder die gesetzlichen Rechte der MieterInnen noch gründlicher missachtet werden. Entgegen den Vermutungen einiger verwirrter Geister verschafft das inländischen MieterInnen aber keinen Konkurrenzvorteil gegenüber MigrantInnen am Wohnungsmarkt, sondern verteuert im Gegenteil über Marktmechanismen die Wohnungen für alle. Auch für MieterInnen gilt: sich gegeneinander ausspielen lassen heißt sich selber schaden.
Deshalb wird die MieterInneninitiative im Rahmen der "Rassismusfreien Zone Leopoldstadt" am 2. Oktober zwischen 17 und 19 Uhr bei der Abschlusskundgebung kostenlose Mietrechtsberatung für alle Leopoldstädterinnen jeglicher Herkunft anbieten. Es werden DolmetscherInnen für Türkisch und Serbokroatisch anwesend sein.
MieterInnen-Initiative
kostenlose Mietrechtsberatung
Rechtshilfefonds für einkommenschwache MieterInnen
Schulungskurse im Mietrecht
Liechtensteinstr. 123/20, 1090 Wien, Telefon: 01/319 44 86, Email: office@mieterinnen.org, http://mieterinnen.org
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